Rocktimes Review

CD: "Total Crazy"

dadaBLUES JOE

 

 

Joe Blues oder dadaBLUES JOE

 

Wie man es nimmt, verbirgt sich hinter diesen Namen eine Person... Joachim 'Joe' Harmut. Seit 1963 spielt er den Blues. In Düsseldorf ansässig hat er mit seiner Band laufend Auftritte und widmet sich als dadaBLUES JOE einem ganz speziellen Ding.

 

"Total Crazy" hat er in einem Zeitraum von sechs Jahren (1996 bis 2002) im Alleingang eingespielt und die 35 Minuten dürfen getrost beim experimentellen Blues einsortiert werden. Joe spielt Gitarre, Bass, Harp, Ukulele, Drums, Kazoo sowie Keyboards.
Daneben bringt er auch Drum-Computer, Sampler, Tongenerator, Ringmodulator sowie Hammer und Säge zum Einsatz. Er legt Wert darauf, dass all seine Kompositionen in LoFi-Qualität aufgenommen wurden. Dazu benutzte er ein Diktiergerät, einen Mono-Kassettenrekorder oder Digital-Rekorder sowie 4-Spur-Rekorder im Wohnzimmer, Atelier, Proberaum, Studio oder bei Live-Auftritten.

»LoFi-Music gehört ebenfalls zum dadaBLUES Konzept. …
Da gehören Soundschwankungen zum Alltag.«


Diese sind sehr wohl auf der "Total Crazy"-CD zu hören, sind nicht zum Abwinken extrem, vermitteln dem Gesamtwerk allerdings auch einen gewissen Charme.


»Ich spiele auf der Gitarre eine Bass- oder Rhythmusfigur, zeichne diese per Fußschalter mit dem Echo-Loop-Sampler auf und lasse diese Loop als Background laufen.«

Nach einer kurzen vokalen Eröffnung mit dem Titel "DadA Collage" kann man die folgenden fast zwei Minuten "Das ist dada" als Titelmelodie für die weiteren zehn Tracks bezeichnen.


Der sich stoisch wiederholende Text von "Elvis Im Radio" dokumentiert Joes erste akustische Begegnung mit Elvis Presley. Für den Überraschungseffekt sorgt eine sich plötzlich ins Geschehen eingreifende E-Gitarre der bluesigen Art. Toll, wie die sich über den monotonen Rhythmus legt und ein echter Hinhörer ist.


"Love Song" kommt Blues-balladesk mit twangiger Gitarre daher und gespannt darf man darauf sein, was denn "Runnin Blues" zu bieten hat.... Über drei Minuten soliert der Gitarrist so richtig schön bluesig. Eine sehr ansprechende Nummer, in der er seine 6-Saitige die Geschichte erzählen lässt.


Dass Harmut auch Genre-übergreifend fit ist, belegt das längste Stück der Platte:

"Fusion Jazz" ist das, was der Titel bereits andeutet. Eine Nummer, in der die Improvisation ganz groß geschrieben wird. Ein Highlight, in dem Harmut auch unter Beweis stellt, dass er auch einen tollen Bass zupfen kann. Der Keyboard-Sound kommt ebenfalls gut rüber und sein Skat-Gesang ist das Sahnehäubchen auf dem Long-Track.

 

"Joe Guitar" ist quasi die Fortsetzung von "Runnin Blues", nur mit einer um einiges schärfer gespielten E-Gitarre.
Auch im Blues kann der Protagonist herrlich improvisieren: Der Doppelpack "War is wahr" sowie "Blues For U" belegen das auf ansprechende Art und Weise.


"Wunderbar" ist exotisch und ein echter Ausreißer auf der Platte, zumindest, was den ersten Part des Tracks angeht. In der zweiten Hälfte kommt Joe Blues dann zur Blues-Sache. Ein butterweicher Gitarren-Sound sorgt für Abwechslung.


Der vorletzte Titel "Entchen Blues" ist eine herrliche E-Gitarren-Rückkopplungssache.

 

Der Musiker ist auch Maler und Grafiker

auf der Homepage kann man sich auch ein Bild über diese Seite des Mannes machen.

 

"Total Crazy" ist ein Ton-Dokument der nicht üblichen Gattung, wobei es schon sehr interessant ist, den Blues auf die dadaBLUES JOE-Weise serviert zu bekommen. Sehr persönlich, experimentell und in allen Phasen hörenswert. Harmut spielt mit dem 12-Takter und gibt dem Hörer so die etwas andere Sichtweise auf das Genre.

 

Tracklist

 

01: DadA Collage (0:49)
02: Das ist dada (1:48)
03: I Want You Baby (3:33)
04: Elvis im Radio (2:14)
05: Love Song (2:51)
06: Runnin Blues (4:09)
07: Fusion Jazz (7:38)
08: Joe Guitar (3:11)
09: War is wahr (2:30)
10: Blues For U (2:45)
11: Entchen Blues (1:16)
12: Wunderbar (3:13)

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Joachim Harmut